Großes saniert sich vom Kleinen

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  • Bürgermeister Sebastian Greiber

Großes saniert sich vom Kleinen

Manchmal ist es schon verrückt: da lesen Sie in der aktuellen Tagespresse auf der einen Seite, die IHK fordert von den Gemeinden zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine gute flächendeckende Versorgung mit Kita- und Krippenplätzen; auf der nächsten Seite bemängelt man die dadurch verursachten zusätzlichen Personaleinstellungen in den Kommunen. Wieder eine Seite weiter verspricht die Landesregierung, die Kürzung der Grunderwerbsteuer wird die Städte und Gemeinden nicht belasten – im Haushalt 2015 wird die Gemeinde Wadgassen jedoch allein aufgrund dieser Reform über 320.000 € zusätzlich an den Landkreis Saarlouis überweisen müssen.

Auch für das Innenministerium sollen die Gemeinden nun zusätzliche „sinnvolle“ Hundebiss-Statistiken erheben oder müssen mit erheblichem Aufwand immer mehr Aufgaben erfüllen (z.B. Unterbringung der Flüchtlinge) und eben dieser ehemalige Bürgermeister und heutige Minister behauptet nun, die Gemeinden können problemlos 10% des Personals einsparen. Das mag vielleicht in St. Wendel so sein und zeigt, welche Meinung der ehemalige Rathauschef von seinen damaligen Mitarbeitern hat – dies trifft aber definitiv nicht für unsere Gemeinde zu. Solche pauschalen Urteile über unsere engagierten und motivierten Mitarbeiter ärgern mich sehr und weise ich strickt zurück!

„Großes entsteht im Kleinen“, damit wirbt das Saarland. Dieser Werbespruch scheint allerdings nur auf Landesebene zu gelten. Denn nur so kann ich mir erklären, dass den „kleinen“ Kommunen jede Luft und Spielraum genommen werden soll. Besser passen würde wohl „Großes saniert sich vom Kleinen“.

Manchmal frage ich mich, ob tatsächlich niemand diese fundamentalen Widersprüche bemerkt – oder es liegt an geschickten Ablenkungsmanövern, die die Aufmerksamkeit der Mitbürger von all diesen Gegensätzen ablenkt. So wird auch aktuell mal wieder die alljährliche Bäderdiskussion angeheizt und manch ein altgedienter Kommunalpolitiker verfällt in Hysterie und erahnt schon das Ende der Schwimmbäder in Wadgassen.

Parkbad Wadgassen

Foto: Rolf Ruppenthal/ 3. Aug. 2014

Um es klar zu sagen: Die Schwimmbäder der Gemeinde Wadgassen werden nicht geschlossen. Unsere Bäder sind attraktiv und in einem guten Zustand!

Doch das reicht nicht! Wir müssen agieren statt zu reagieren. Denn für ein tragfähiges Konzept müssen die Bäder weiterentwickelt werden. Dazu gehört auch, dass der Erfolg unseres Parkbads unabhängiger von den wenigen heißen Sommertagen werden muss. Daher habe ich bereits im letzten Jahr damit angefangen mit meinen Mitarbeitern einige neue Veranstaltungen in unserer einzigartigen Anlage zu planen.

Daher freue ich mich sehr, Ihnen heute bereits einen kleinen Ausblick auf die kommende Schwimmbadsaison zu geben: Im Mai starten wir mit einem großen Parkbadfest und einer tollen einzigartigen Sportveranstaltung rund um das Parkbad. Im Juni werden wir ein Konzertwochenende im Parkbad veranstalten, bei dem für jeden Geschmack etwas dabei ist: Freitags am 12. Juni mit einem Pop/Rock Konzert, gefolgt von einem Klassik-OpenAIR am Samstag. Im zweiten Halbjahr wird es auch ein großes Minigolf-Turnier und weitere große und kleinere Veranstaltungen im Parkbad Wadgassen geben. Nach Jahrzehnten werden wir in dieser Saison auch endlich den langersehnten neuen nennenswerten Parkraum für unsere Gäste schaffen können – ein entscheidender und wesentlicher Schritt um unser Bad für die Zukunft zu rüsten.

Mit der Einweihung unserer neuen gebundenen Ganztagsschule, dem Bau des Kreisels „Sengsterstrasse“, sowie dem Spatenstich zum Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Schaffhausen werden wir in den nächsten Monaten weitere wichtige Meilensteine für unsere Gemeinde erreichen, die uns aber auch vor große finanzielle Herausforderungen stellen.

Für nahezu alle Projekte konnte ich in den letzten Monaten Fördergelder und Zuschüsse einwerben, auf die die Gemeinde in der Vergangenheit verzichtet hat. Viele Straßen könnten bereits heute in einem besseren Zustand sein, hätte man auch in der Vergangenheit die Förderprogramme genutzt und den Kontakt zu den Behörden gepflegt. Ganztagsschule, Kreisel und auch Straßensanierungen werden in diesem Jahr voraussichtlich mit insgesamt rund 1 Million € zusätzlich gefördert.

Dies ist sicher nicht die finale Lösung, aber viele erste kleine Schritte um unsere Gemeinde weiter attraktiv zu gestalten und mit unserer Infrastruktur eine lebens- und liebenswerte Heimat für rund 18.000 Mitbürger zu sein.

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