Gute Schulstandorte erhalten, statt zu schließen.

Der Bürgermeister der Gemeinde Wadgassen, Sebastian Greiber kritisiert die Schließung des Schulstandortes Differten der Bistalschule Wadgassen:

„Ich kann beim besten Willen diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Mit dem Wegfall des Schulstandortes in Differten geht uns ein wichtiger Standortfaktor in der Gemeinde für unsere Familien verloren. Aufgrund der zu geringen Schülerzahlen der Gemeinschaftsschule Bous-Ensdorf, muss nun ein gut funktionierender Standort aufgegeben werden. Hier werden ungeachtet des tatsächlichen Bedarfs Fakten geschaffen. Trotz erheblicher Investitionen hat der Landkreis es nicht geschafft, die Bouser Schule als attraktiven Schulstandort zu entwickeln. Die Quittung hierfür muss nun die Bistalschule Wadgassen mit der bevorstehenden Schließung zahlen. Dies ist wieder ein typisches Beispiel für eine Planung am Bedarf der Bürger vorbei. Auf die gute Arbeit der Schulleitung vor Ort folgt nun die zwangsweise Schließung und widerspricht damit auch dem Ziel des Koalitionsvertrages der Landesregierung, „dass Schulen ein eigenes Profil aufbauen und die Qualität ihrer Bildungs- und Erziehungsarbeit stärker eigenverantwortlich weiterentwickeln sollen“.

Leider wird hier anhand theoretischer Zahlen entschieden und nicht anhand des sozialen Umfelds. Im Sinne unserer Kinder und Eltern in Wadgassen ist diese Zusammenlegung mit Bous jedenfalls nicht. Ich bin überzeugt, dass sich die Abstimmung mit den Füßen – insbesondere in den Ortsteilen Differten, Werbeln und Friedrichweiler – hin zur Gemeinschaftsschule in Überherren entwickeln wird.

Angesichts der vielen Initiativen von Eltern, die gegen das G8 auf den weiterführenden Schulen vorgehen ist es gerade im ländlichen Raum notwendig Wahlmöglichkeiten zwischen G8 und G9 zu schaffen. Mit der Schließung ist in der größten Gemeinde des Landkreises Saarlouis allerdings überhaupt kein Schulabschluss mehr möglich.

Dies ist umso bemerkenswerter, da eine Zusammenlegung der Schulen von Schwalbach und Bous angeblich nicht möglich ist, da die Schwalbacher Eltern das Versprechen haben, ihre Kinder könnten ihren Abschluss vor Ort in der Gemeinde machen. Ganz vergessen wird dabei, die in wenigen Jahren anstehende Gebietsreform, mit einer wahrscheinlichen Zusammenlegung der Gemeinden Bous, Ensdorf und Schwalbach. Dann gibt es zwei Gemeinschaftsschulen in einer Kommune und Wadgassen ist bis dahin ausgeblutet. Ein Lehrer würde eine solche Arbeit benoten mit: 6, setzten – Thema verfehlt!“