Gurs, Drancy, Rivesaltes: Aufarbeitung und Erinnerung an die Deportation vor 80Jahren darf nicht aufhören

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Gurs, Drancy, Rivesaltes: Aufarbeitung und Erinnerung an die Deportation vor 80Jahren darf nicht aufhören

Es war in der Nacht vom 21. Auf den 22. Oktober 1940, als die jüdische Bevölkerung des nach dem Frankreichfeldzug Nazideutschlands neu geschaffenen Gaues Westmark aufgefordert wurde, sich binnen weniger Minuten reisefertig zu machen. Sie wurden aus ihren Wohnungen gewaltsam zu Sammelstellen getrieben, von wo sie abtransportiert wurden. In der sogenannten ‚Wagner-Bürckel‘-Aktion (benannt nach den beiden verantwortlichen NS-Gauleitern) wurden die nachfolgend benannten 8 Personen jüdischer Familien des heutigen Gemeindebezirks Differten gemeinsam mit 6.504 Deutschen jüdischer Herkunft aus Baden, Rheinland-Pfalz und dem Saarland nach Südfrankreich zunächst in das Lager in Gurs gewaltsam deportiert und danach ermordet. Dieser Jahrestag des 22. Oktober ist mit seiner Erinnerung an das begangene Unrecht Mahnung und Chance, auf dieses menschenverachtende  Tun hinzuweisen mit dem Ziel, dass Vergleichbares niemals mehr geschehen darf.

Deportation und Ermordung jüdischer BürgerInnen aus Wadgassen/Differten jährt sich am 22. Oktober zum 80. Mal

Durch die Errichtung des ‚Mahnmals gegen das Unrecht‘ am gemeindlichen Gedenkort Spurker Friedhof erinnert seit 2018 eine weithin sichtbare Stele auch an dieses dramatische Ereignis. 8 Wadgasser BürgerInnen wurden am 22. Oktober 1940 gewaltsam in die südfranzösischen Lager Gurs, Drancy und Rivesaltes verschleppt. Es sind Sally Samuel Saly Nußbaum; Sigismond Nußbaum; Joseph Nußbaum; Sally Nußbaum; Siegfried Schwartz; Fanny Nanny Schwarz geb. Nußbaum; Irma Schwarz; Sigmund Schwarz, die auf diese Weise gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen.

„An der ursprünglich geplanten Reise einer saarländischen Delegation unter Führung von Bürgermeister a.D. Martin Silvanus zur Gedenkfeier nach Gurs wollte ich als betroffene Kommune ebenfalls gerne teilnehmen. ‚Corona‘-bedingt wurde sie leider abgesagt. Um so mehr ist es mir – trotz ‚Corona‘ – ein Anliegen, heute an dieses menschenverachtende Verbrechen an unseren Mitbürgern zu erinnern “, so Bürgermeister Sebastian Greiber.

Die Erinnerung an dieses begangene Unrecht erfolgt dauerhaft über unser 2018 errichtetes Mahnmal. Dort können mit Hilfe eines QR-Codes über Internet Informationen über die menschenverachtenden Aktionen, die vor 80 Jahren stattfanden, nachgelesen werden.

„Deshalb haben wir zum heutigen Anlass auf der Internetseite gedenkort.wadgassen.de die Namen“ so Greiber weiter „und die damit verbundenen Daten der Schicksale der 8 jüdischen Wadgasser Bürger veröffentlicht.“

Diese online nachlesbaren Fakten begleiten die heute an vielen Orten im Saarland begangenen Gedenkveranstaltungen und sollen nachhaltig mit modernen Mitteln die Erinnerung an das durch das nationalsozialistische Regime begangene Unrecht dauerhaft zu und nachhaltig fördern.

Die kontinuierlich ergänzte Internet-Microsite (http://gedenkort.wadgassen.de) hat das Ziel, mit regelmäßig aktualisierten Informationen aktiv hierzu beizutragen.

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